Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

Unsere kleine Tour de Mer

Frankreich
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Mit dem Rad entlang der Alibasterküste und Impressionisten-Route
Raus mit den Rädern in die hohle Gasse vor unserem Dorfferienhaus in Ganzeville, wo ein Renault schon zu breit ist, um ein Zweirad passieren zu lassen: Nach 100 Metern haben wir einen idyllischen Weg entlang der Kuhweiden, auf denen die Kälber vor den ungewohnten Passanten Reißaus nehmen, für uns allein.
Galerie
Panorama von Étretat.
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18498577
Claude Monets Étretat, laiguille et la falaise, 1885.

Wir passieren das nahe gelegene Städtchen Fécamp mit seinen gut 100 Meter hohen Klippen aus weißer Kreide – sie geben der Alibasterküste, die bis Étretat kaum Lücken bietet, ihren Namen. Parallel zur Küste radeln wir auf Nebenstraßen durch die Nachbargemeinde Saint-Léonard mit der gleichnamigen Kirche, ursprünglich aus dem 11. Jahrhundert, und der Burgruine Hogues aus dem 13. Jahrhundert.

Von Criquebeuf-en-Caux nach Bénouville
Hoch auf den Klippen zwischen Yport und Dieppe thront das 371-Seelendorf Criquebeuf-en-Caux, dessen markanter Name sich nicht auf eine frühe Spielart des Cricket auf Rindern ableitet, sondern von den Wikinger-Bezeichnungen kirkja für Kirche und buth für Siedlung. In der Nähe der Kirche Saint-Martin mit dem erhaltenen mittelalterlichen Turm – das Schiff wurde im 16. Jahrhundert aus Feuerstein neu errichtet – sind Reste eines römischen Grabens und einer mittelalterlichen Motte zu entdecken.

Schnell sind wir mit Vattetot-sur-mer (332 Einwohner) durch, das mit der Kirche Saint-Pierre (12. Jahrhundert) und der anglonormannischen Siedlung Vaucottes aufwartet. Warum sich die 174 Einwohner von Bénouville Hermevillais nennen, konnten wir in der Kürze des Stopps ebenso wenig recherchieren, wie den Namen der Kirche. Ein Highlight jedenfalls ist das dreiflügelige Schloss in Taubengrau.

Filmstar Étretat
des bekannten Orts mit dem Namen nordischen Ursprungs: Darin enthalten der altnormannische esturman, ein Steuermann also. Berühmt bei Touristen wie Impressionisten gleichermaßen ist die Stadt des Steuermanns weniger ob seiner durchaus pittoresken Altstadt als wegen seiner Arche und Aiguille, also Bogen und Nadel, an der Falaise d"Aval sind die meistfotografierten und -gefilmten Naturdenkmäler Étretats. In der Verfilmung von Maurice Leblancs Roman „Arsène Lupin – der König unter den Dieben“ kann man sich an den Panoramaansichten vom kolossalen Bogen und Obelisken sattsehen. Schon zur letzten Jahrhundertwende zog der literarisch geadelte Ort amerikanische Studenten an, die den Schlüssel zum Schatz der Französischen Könige in einer Höhle im Kreidefelsen suchten.
Château des Aygues in Étretat.

Vom Kiesstrand hoch zum schmalen Ort, der sich ins Tal zwischen die Felsen drängt, radeln wir fast toujours an auffällig dekorativ verzierten Bruchsteinhäusern vorbei bis zur Kirche Notre-Dame fast am Ende der Stadt. Der Ableger der mächtigen Abtei Fécamp aus dem 12. und 13. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert gründlich saniert. Die Beliebtheit dieses besonderen Ortes lässt sich an den zahlreichen Villen und Herrenhäusern in und um Étretat ablesen: Wie der Manoir de la Salamandre in der Nähe der wieder aufgebauten Holzkonstruktion der Markthalle – ein aus Lisieux stammendes Herrenhaus, das 1889 hier wieder aufgebaut wurde.

Schriftsteller Maurice Leblanc residierte 20 Jahre im Clos Lupin der Rue Guy de Maupassant, eine Villa aus dem 19. Jahrhundert im anglonormannischen Stil (Museum Le Clos Arsène Lupin). Architekt Huchon aus Le Havre baute ebenfalls im 19. Jahrhundert für den polnischen Hochadelsvertreter Joseph Lubomirski das Château des Aygues, das später die spanischen Königinnen Maria Christina und Isabella II. als Baderesidenz nutzten.

Gastrotipp: La Flottile, 22 Rue Alphonse Karr. www.restaurantlaflottile.com. Passend zur verträumten Atmosphäre des Fischerortes von Kunstrang wird in diesem zünftigen Gasthaus abends am offenen Kamin gegrillt. Große Karte mit Vielfalt von Crêpes bis Muscheln zu anständigen Preisen.

Steile Wege nach Yport
Einer der Hotspots der sogenannten Impressionisten-Route ist der 800 Einwohner zählende Fischerort Yport. Claude Monet (Les falaises et Yport, 1880), Pierre-Auguste Renoir (Marée basse à Yport, 1883) und Albert-Auguste Fourie (Un repas de noces à Yport, 1886) verewigten das Idyll mit den Kreidefelsen genauso wie Guy de Maupassant in seinem Roman „Une Vie“ (1883). Atemberaubend dagegen die Abfahrt auf einem steilen, steinigen Waldweg, dem mindestens ein Reifen zum Opfer wurde, zum in diesem Kontext schon städtischen Hafenortes – und der Blick über die Dächer. Wer seinen Strandspaziergang gerne in Begleitung des halben Ortes machen möchte, kann dies bei der Fête de la mer am 15. August, einer Prozession mit Votivbildern und Ausstellungen entlang der Route.

Zugegeben, mit vollem Bauch sollte man anschließend nicht versuchen, den Steilweg auf der anderen Seite hochzuradeln. Selbst schieben ist an dieser Rutschbahn Leistungssport, die Sandalen greifen mehrmals ins Leere. Oben angekommen folgen wir dem Feldradweg und beschreiben einen perfekten Kreis zurück nach Ganzeville.
Touren
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
Weitere Artikel zu diesem Thema
 
Frankreich
Sie war schon Hauptstadt des Herzogtums Normandie. Heute ist die antike römische Siedlung eine Industrie- und Hafenmetropole mit sorgsam versorgten Wunden aus dem Krieg, die man der bezaubernden Fachwerk-Metropole (170.000 Einwohner) nicht mehr ansieht.
weiter
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Comment? Paris soll die kleinste der neun beschriebenen Metropolen sein? Lassen Sie sich bitte nicht ins Bockshorn jagen, alles letztendlich eine Frage des Zuschnitts – und der Fortbewegungsmittel! Darf‘s ein bisschen mehr sein? Hier ein Greater
Satellitenfoto von Paris"Paris" (frz. ) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. In älteren - zumeist lateinischen - Texten wird Paris auch Lutetia/Lutezia genannt. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil
"Marseille" (deutsch veraltet: "Massilien", okzitanisch: "Marselha") ist die wichtigste französische und eine bedeutende europäische Hafenstadt. Sie liegt am Golfe du Lion, einer Mittelmeerbucht. Die Stadt, deren Einwohner sich "Marseillais"
(deutsch veraltet: "Leyden", lat. "Lugdunum") ist die Hauptstadt der Region Rhône-Alpes und des Départements Rhône im Osten Frankreichs.AllgemeinesDie Stadt liegt am Zusammenfluss der Rhône und der Saône. Mit circa 466.400 Einwohnern ist sie
Karte von Toulouse (1631)"Toulouse" (okz. "Tolosa" ; deutsch veraltet: "Tholosen") ist eine Stadt im Süden Frankreichs, am Fluss Garonne gelegen, 146 m ü. NN. Sie ist 589 Kilometer von Paris entfernt (französisch) Abgerufen am 8. Dezember
"Nizza" (franz. "Nice" , okzit. "Nissa/Niça", ital. "Nizza") ist eine Hafenstadt in Südfrankreich, in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) unweit der Grenze zu Italien zwischen Cannes und Monaco an der Côte d’Azur am Mittelmeer
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
In Frankreich dominiert Hauptstadtclub Paris St. Germain die Liga in beängstigender Manier. Titelspannung ist etwas anderes. Aber: In der Nationalmannschaft des EM-Gastgebers findet PSG fast nicht statt. Die Superstars kommen woanders her. Paris
Die Meldung des Tages war keine schöne: Marco Reus verpasst schon wieder ein großes Turnier. Der körperlich so zerbrechliche Dortmunder Angreifer verpasst nach der WM 2014 auch die EM 2016. Bundestrainer Löw sieht die menschliche Komponente,
Alle Tests sind absolviert, nun rollt der Ball. Nach einer kurzen Eröffnungsfeier und Musik von Star-DJ David Guetta bestreiten Gastgeber Frankreich und Rumänien am Abend (21.00 Uhr/ZDF) das Eröffnungsspiel der Fußball-EM. Im Stade de France vor
Ernüchterung in deutschen Wohnzimmern: Kein Torjubel und wieder kein Sieg im zweiten Turnierspiel. Weltmeister Deutschland hat gegen Polen den vorzeitigen Einzug ins Europameisterschafts-Achtelfinale verpasst. Weniger das torlose Ergebnis, mehr das
Von wegen Battle of Britain II: Die Brexit-Walisen lassen sich durch das Eigentor des nordirischen Pro-Eu-Lagers ins Viertelfinale katapultieren. Multimillionär Gareth Bale überzeugt nur beim Jubeln. Paris (dpa) - Ein Eigentor von Gareth McAuley
Zugegeben, für italienische Verhältnisse war das schon ein richtiger Sturmlauf, der dann auch den hyperitalophilen Mehmet Scholl zu orgiastischen Gefühlen verhilft. Aber seien wir doch mal ehrlich: Die Squadra azzurra war einfach nur giftiger und
Wetter

Paris


(11.12.2019 02:14)

-2 / 1 °C


12.12.2019
-2 / 1 °C
13.12.2019
-1 / 2 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Deutschland ist im Car ...
Preisgelder der UEFA N ...

Reisegewohnheiten im O ...
Urlaub in Europa ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum