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Prizren

Kosovo, Prizren
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Ort und Großgemeinde innerhalb Kosovos
Blick über die Stadt
Reste der serbisch-orthodoxen Kirche

"Prizren" (, ) ist eine Stadt im Süden des Kosovo. Sie ist Hauptsitz der Großgemeinde Prizren. Die Stadt ist Sitz der katholischen Apostolischen Administratur Prizren, diese ist für die Verwaltung der Katholiken im Kosovo zuständig. Außerdem ist Prizren eine serbisch-orthodoxe Eparchie. Es ist Hauptsitz der Multinationalen Task Force South der KFOR. Ihr Hauptquartier befindet sich in einer ehemaligen, 1908 von Türken gebauten Kaserne der Jugoslawischen Volksarmee. Prizren unterhält seit Ende der sechziger Jahre eine Partnerschaft zur deutschen Stadt Bingen am Rhein. Es ist die einzige deutsch-kosovarische Städtepartnerschaft.

Geografie
Prizren ist von Hochgebirgen umgeben: Im Süden befinden sich die Malet e Sharrit/Šar Planina und im Westen das Pashtrik-Gebirge. Die Stadt gehört zur historischen Region Rrafshi Dukagjinit (serb. "Metohija"). Prizren liegt an den Ufern des Flusses Lumebardhi oder "Bistrica e Prizrenit" (alb.)/"Prizrenska Bistrica" (serb.).

Verkehr
Prizren ist an das Netz der Eisenbahngesellschaft Hekurudhave të Kosovës angeschlossen. Hier verkehren Güterzüge. Seit vielen Jahren wird die Verlängerung der Verbindung nach Albanien diskutiert. Dieses Projekt ist jedoch bisher nie verwirklicht worden.

Bevölkerung
Allein die Stadt Prizren hat 171.464 Einwohner (2007), die Großgemeinde Prizren hat 240.000 Einwohner (2008). Die ethnische Struktur hat sich durch den Kosovo-Krieg jedoch deutlich gewandelt. Im Jahr 2002 lebten, nach Schätzungen der OSZE, in der Großgemeinde Prizren rund 180.000 Albaner (1991: 132.000), 21.000 Bosniaken (1991: 19.000) 14.000 Türken (1991: 7.200), 5.000 Roma (1991: 4.000) und 200 Serben (1991: 11.000).

Damit setzt sich die Bevölkerung prozentual zusammen aus 81,6 Prozent Albanern, 9,6 Prozent Bosniaken, 6,4 Prozent Türken, 2,3 Prozent Roma und 0,09 Prozent Serben. Prizren ist eine muslimisch geprägte Stadt: 94 Prozent gehören dieser Glaubensrichtung an (Albaner, Bosniaken, Türken, Roma und Aschkali), fünf Prozent sind Katholiken (Albaner) und ein Prozent serbisch-orthodox. Die Zusammenarbeit zwischen muslimischen und katholischen Gemeinden gilt als gut.

Geschichte
Das zerstörte Serbenviertel in der Altstadt
:"Hauptartikel:" Geschichte des Kosovo

Prizren spielt im historischen Bewusstsein von Serben und Albanern eine entscheidende Rolle. Die Region („Theranda“) wurde zuerst von Illyrern besiedelt. Die Römer eroberten das Gebiet und verleibten es ihrem Reich ein (Paeonia). Prizren als Stadt wird erstmals zu Beginn des 11. Jahrhunderts in byzantinischen n als Sitz eines Bischofs erwähnt. Eine Bulle des Kaisers Basileios II. nennt Prizren als eine der dem Erzbistum Ohrid unterstellten Eparchien. Sie umfasste damals nur einen Teil des heutigen Kosovo.

Spätestens 1216 wird Prizren - bis dahin unter byzantinischer Herrschaft stehend - Teil des serbischen Reiches. Im serbischen mittelalterlichen Reich des Königs Stefan Uroš IV. Dušan war Prizren Handelszentrum; in seine Regierungszeit fällt auch die erste Erwähnung einer katholischen Kirche in Prizren. Von 1330 bis 1380 wurde eine Reihe katholischer Bischöfe von Prizren ernannt. Allerdings ist nicht bekannt, ob diese Ernennung rein nominell war (Titularbischof) oder ob die ernannten Bischöfe je ihre Diözese besuchten. Die Tolerierung eines katholischen Elementes in Prizren geht vermutlich auf die Anwesenheit kroatischer Kaufleute aus Dubrovnik (Ragusa) zurück.

Der albanische Nationalheld Gjergj Kastrioti Skanderbeg gründete mit einigen anderen albanischen und montenegrinischen Fürsten die Liga von Lezha, welche für die Verteidigung des Heimatlandes der Albaner und Montenegriner gegen die Osmanische Eroberung vorgesehen war. Der Machteinfluss lag über das ganze heutige Montenegro, Albanien, Kosovo, Epirus und halb Mazedonien. Nach vielen erfolgreichen Schlachten starb Skanderbeg, und die Liga begann langsam zu zerfallen. Nach einigen weniger erfolgreichen Schlachten konnten die Osmanen die Gebiete der Liga erobern und ihrem Reich einverleiben. Somit kam auch Prizren unter türkische Herrschaft für 400 Jahre.

Gegen Endes des 19. Jahrhunderts war Prizren Sitz eines Sandschak im europäisch-türkischen Vilayet Kosovo, verwaltet wurde er von der "Begolli" und später von der "Rrotlla" Familie. In Prizren wurde 1878 von den Albanern die Liga von Prizren gegründet, dies gilt als Geburtsstunde der modernen albanischen Nationalbewegung. Die Liga beabsichtige die Gebiete der Albaner den Albanern zu lassen (einschließlich Prizren und ganz Kosovo), doch ihre Forderungen wurden nicht Ernst genommen und die Liga wurde gewaltsam von den Osmanen aufgelöst.

Nach dem Ersten Balkankrieg 1912/13 fiel das Kosovo mit Prizren an das Königreich Serbien. Ende 1918 wird die Stadt Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien). Im föderalen System des sozialistischen Jugoslawien ab 1945 kommt Prizren zur neu geschaffenen Republik Serbien als Teil der Sozialistischen Autonomen Provinz Kosovo. Von 1999 bis 2008 gehört die Stadt zu der unter UN-Verwaltung stehenden Provinz Kosovo. Seit 17. Februar 2008 befindet sie sich auf dem Staatsgebiet der Republik Kosovo.


Am 17. März 2004 wurde das ehemalige serbische Viertel Podkalaja (unter den Ruinen der ehemaligen Türkischen Festung Kalaja) von randalierenden Albanern in Schutt und Asche gelegt. Zerstört oder beschädigt wurden außerdem zwei serbisch-orthodoxe Klöster, darunter das berühmte Erzengelkloster, das orthodoxe Priesterseminar und fünf andere orthodoxe Stätten. Die gemäßigte politische Führung der Kosovo-Albaner verurteilte die Übergriffe gegen Serben.

Politik

Drei Parteien der ethnischen Minderheiten haben ihren Hauptsitz in Prizren: KDTP (Türken), DSB (eine der bosnischen Parteien) und PREBK (eine der Roma-Parteien).

Das 41-köpfige Parlament der Großgemeinde Prizren setzt sich seit den Kommunalwahlen 2002 wie folgt zusammen (in Klammern die nationale Zugehörigkeit der Partei, soweit bekannt):

* PDK (alb.): 16 Sitze
* LDK (alb.) : 12 Sitze
* KDTP (türk.): 4 Sitze
* AAK (alb.): (2) Sitze
* VATAN (bosn.): 2 Sitze (2)
* KP (serb.) 1
* DPP: 1
* PD: 1
* BSDAK (bosn.): 1
* PSHDK: 1

Die Roma sind nicht im Parlament vertreten. Präsident der Stadt ist Eqrem Kryeziu (LDK), Verwaltungschef ist Ragip Gajraku (LDK).

Sehenswürdigkeiten
Eine alte Türkenbrücke, genannt "Ura e gurit" alb. oder "Taş köprüsu" türk., überspannt den Fluss Lumebardhi/Bistrica e Prizrenit/Prizrenska Bistrica.

In der Stadt befindet sich die römisch-katholische "Helfende-Frau-Kathedrale" ("Katedralja e Zonjës ndihmëtare").

Die serbisch-orthodoxe Muttergotteskirche Ljeviška in Prizren ist die einzige erhaltene mittelalterliche serbische Stadtkathderale. Sie wurde in den Jahren 1306/06 errichtet und enthält Wandmalereien von höchster Qualität. Im Juli 2006 wurde sie in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Auch weitere Klöster sind in der Stadt zu finden.

Sinan-Pascha-Moschee und die Altstadt bei Nacht
Osmanische Architektur prägt das Stadtbild bis heute. Die Moschee "Xhamia e Sinan Pashës/Sinan Pašina Džamija" ("Sinan-Pascha-Moschee") in Prizren hat das höchste Minarett des Balkans. Daneben gibt es kleinere Moscheen, wie die "Maksut-Pascha-Moschee" ("Xhamia e Maksut Pashës"), die "Çoraga-Moschee/Haxhi-Ramadani-Moschee" ("Xhamia e Çoragës/Xhamia e Haxhi Ramadanit") und die "Gazi-Mehmet-Pascha-Moschee/Bajrakli-Moschee" ("Xhamia e Gazi Mehmet Pashës/Xhamia e Bajraklisë"). Die Letztere ist auch die am meisten verzierte Moschee in Prizren, sie stammt aus dem Jahre 1566. In ihr wurde auch die Liga von Prizren gegründet; in deren Nähe befindet ich der "Gazi-Mehmet-Pascha-Hammam" ("Hamami i Gazi Mehmet Pashës") aus dem Jahre 1573. Er ist einer der drei größten Hammams des Balkans, neben dem Hammam von Sarajevo und dem von Skopje.

Prizren ist außerdem Sitz eines serbisch-orthodoxen Bischofs.

Sport
Der in Prizren am meisten bekannte Verein ist KF Liria, der mit seinen Jugendmannschaften gelegentlich an internationalen Turnieren teilnimmt. Außerdem spielt der in Prizren geborene Shqipran Skeraj beim TuS Koblenz in der zweiten deutschen Bundesliga.

Söhne und Töchter der Stadt
*Kasim Baba, Sufimystiker
*Arjan Beqaj, albanischer Fußball-Torhüter
*Colos, albanischer deutschsprachiger Rapper
*Ivica Dačić, Vorsitzender der SPS
*Anton Pashku, albanischsprachiger Schriftsteller und Verlagslektor
*Ali Haydar Şen, türkischer Millionär und Präsident des Fenerbahçe Istanbul
*Kujtim Shala, ehemaliger Fußballer
*Veton Surroi, Politiker
*Spase Tunič, Diplomat

Siehe auch
* Eparchie Raszien-Prizren
* Apostolische Administratur Prizren


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 12.11.2018 19:33 von den Wikipedia-Autoren.
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