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Locarno

Schweiz, Locarno
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"Locarno" ist eine politische Gemeinde im gleichnamigen Kreis (Circolo di Locarno) und Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Kantons Tessin in der Schweiz. Der frühere deutsche Name "Luggarus" wird heute nicht mehr verwendet.



Geographie

Die Stadt Locarno liegt am Nordufer des Lago Maggiore und am Ostrand des Maggia-Deltas. An den Hang oberhalb der Stadt schmiegen sich "Locarno Monti" und Orselina.

Das Stadtgebiet von Locarno ist zusammengewachsen mit den weiterhin selbstständigen Gemeinden Muralto (vgl. Abschnitt Verkehr) und Minusio.

Locarno gehört zusammen mit dem restlichen Südtessin und der Provinz Como zur vom Bundesamt für Statistik festgelegten Metropolregion Tessin.

Zum Territorium der Gemeinde Locarno gehört auch eine grosse, nicht mit dem Stadtgebiet zusammenhängende Fläche in der Magadinoebene, die "Gerre di Sotto" genannt wird.

Klima

Klimadiagramm Locarno
Locarno gilt als der wärmste Ort der Schweiz und als die nördlichste Ortschaft mit mediterranem Klima an einem See. Die Messstation Locarno-Monti in etwas erhöhter Lage verzeichnet ein Jahresmittel von 11.5 °C, während der Durchschnitt im Schweizer Mittelland bei etwa 7 bis 9 °C liegt.

In Locarno gedeihen daher viele südländische Pflanzen wie Palmen oder Zitronenbäume. Nicht zuletzt aufgrund des milden Klimas ist Locarno stark vom Tourismus geprägt.

Im Raume Locarno, in der Magadinoebene, wird erfolgreich Reis angepflanzt.


Geschichte
Am 16. Oktober 1925 wurden die "Verträge von Locarno" zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und der Tschechoslowakei geschlossen. In ihnen wurde der völkerrechtliche Status Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg neu geregelt.

1928 fusionierte die bis dahin selbstständige Gemeinde Solduno mit der Stadt Locarno.

Fusionsvorhaben
2004/05 scheiterte eine Fusion der Exklave Gerre di Sotto mit Gerra Piano, einer Exklave von Gerra (Verzasca) und Cugnasco zur Gemeinde Cugnasco-Gerre. Auf den 20. April 2008 fusionierte "Cugnasco" mit "Gerra (Verzasca)" zur neuen Gemeinde Cugnasco-Gerra, wobei die Gerre di Sotto nicht mehr miteingeschlosssen wurde.

Verkehr
Schiffsanlegestelle
Der Flugplatz im Bezirk Locarno
Locarno gilt als Endpunkt zweier Eisenbahnstrecken, die allerdings genaugenommen nicht in Locarno, sondern in der Nachbargemeinde Muralto enden, wo sich der "Bahnhof Locarno" befindet. Die normalspurige SBB-Strecke von Bellinzona her erreicht ihren oberirdischen Kopfbahnhof von Osten her und tangiert Locarno gar nicht. Die schmalspurige Centovallibahn (FART/SSIF) aus Domodossola erreicht ihren Endpunkt von Westen her, durchfährt allerdings Locarno seit 1990 nicht mehr, sondern wird über eine Tunnelstrecke in ihren eigenen, unterirdischen Kopfbahnhof geführt. Dieser Tiefbahnhof liegt innerhalb des SBB-Areals in Muralto, nördlich der SBB-Anlagen, wo bis 1990 die Anlagen der FART standen.

Das Gebiet um den Bahnhof – wo im Übrigen auch die Gemeindegrenze zwischen Locarno und Muralto verläuft – ist auch der Ausgangspunkt der Buslinien der FART, welche die Nebentäler bedienen.

Um den Durchgangsverkehr auf der Strasse aus der Innenstadt zu verbannen, wurde Anfang der 90er Jahre der 5,5 km lange Strassentunnel Mappo-Morettina unter Locarno hindurch gebaut.

Die für die vier oberitialienischen Seen zuständige italienische Schifffahrtsgesellschaft "Navigazione Laghi" betreibt auch im Schweizer Teil des Lago Maggiore die Schifffahrt und verbindet Locarno mit den anderen Städten am See.

Sehenswürdigkeiten
Madonna del Sasso über Locarno
Festivalvorbereitung auf der Piazza Grande
Madonna del Sasso, Cardada und Cimetta
Das Sanktuarium Madonna del Sasso in Orselina oberhalb der Stadt ist die Hauptsehenswürdigkeit Locarnos und zugleich der beliebteste Wallfahrtsort der italienischsprachigen Schweiz.

Die Gründung von Madonna del Sasso geht auf eine Muttergotteserscheinung zurück, die der Franziskanerbruder Bartolomeo d"Ivrea in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1480 hatte. Die Wallfahrtskirche ist berühmt wegen ihrer bedeutenden Ausstattung. Außerdem gibt es hier eine Aussichtsplattform, von der aus man einen imposanten Blick auf die Stadt hat.

Von Orselina aus führt eine Gondelbahn auf die Cardada (1340 m.ü.M.), und von deren Bergstation führt eine weitere Sesselbahn auf die Cimetta (1670 m.ü.M.). Von dort oben hat man einen beeindruckenden Ausblick.

In Locarno lässt Heinrich von Kleist einer seiner Novellen spielen, nämlich „Das Bettelweib von Locarno“. Noch heute sollen in einem zerfallenem Schloss die Gebeine des Umgebrachten (in der Geschichte) liegen.


Piazza Grande
Castello Visconteo von Westen
Kakteengarten in der Nähe des Seeufers
Das Zentrum der Stadt ist die langgezogene, gepflasterte Piazza Grande. Hier finden zahlreiche Open Air-Konzerte, seit 2004 im Juli jeweils das Musikfestival Moon and Stars und jährlich im August das Internationale Filmfestival von Locarno statt, eines der wichtigsten Filmfestivals weltweit. An der Piazza Grande finden sich viele Restaurants und Cafés. Sämtliche Gassen der Altstadt streben auf den Platz zu.
Seit Mitte Juni 2007 ist die Piazza Grande verkehrsfrei.

Castello Visconteo
Das Castello Visconteo am Rande der Altstadt entstand im 12. Jahrhundert, vermutlich als Wohnsitz der kaisertreuen Capitanei Orelli. 1260 fiel es in die Hände der Ghibellinen. 1342 griffen die Visconti von Mailand, denen das Bauwerk seinen heutigen Namen verdankt, die Burg von der Land- und Seeseite an und nahmen sie ein. In eidgenössischen Besitz kam sie erstmals 1503, endgültig 1513. Heute ist nur noch etwa ein Fünftel des ursprünglichen Burg erhalten. Der Großteil der erhaltenen Strukturen stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert, aus der Gründungszeit der Burg existieren nur noch Grundmauern.

"Planetenweg "Astrovia Locarno":" beginnend am Maggia-Delta

"Wanderweg:" entlang des Lago-Maggiore-Ufers vom Zentrum von Locarno nach Tenero-Contra
egelmäßige Veranstaltunge

*Internationales Filmfestival von Locarno: (ital.: Festival internazionale del film Locarno). Das Festival findet seit 1946 jedes Jahr im August statt. Der beste Spielfilm im offiziellen Wettbewerb wird mit dem Goldenen Leopard (ital.: Pardo d"Oro) prämiert. Es ist das kleinste der grossen Filmkunstfestivals mit Weltbedeutung (A-Kategorie-Festival).

Persönlichkeiten


"Söhne und Töchter"

* Franz Anton Bustelli (1723–1763), Bildhauer und Modellierer
* Remo Rossi (1909–1982), Schweizer Bildhauer
* Hannes Schmidhauser (1926–2000), Schweizer Filmschauspieler, Drehbuchautor und Regisseur
* Livio Vacchini (1933–2007), Architekt
* Oliver Neuville (*1973), deutscher Fußballspieler

Galerie

Datei:Locarno-Antonio-Abate.jpg|Chiesa S. Antonio Abate
Bild:Locarno3.jpg|Klostergarten bei Madonna del Sasso
Bild:Locarno1.jpg|Locarno im Juli 2005
Bild:Locarno2.jpg|Park im Zentrum von Locarno
Bild:Locarno Castello Visconteo 2.JPG|Castello Visconteo von Osten
Bild:Locarno Altstadt.JPG|Altstadt von Locarno
Bild:Asconalocarnomaggiadelta.jpg|Ascona (vorne) und Locarno (hinten) am Maggiadelta
Bild:Locarno bei Nacht 0509.jpg|Locarno bei Nacht


Siehe auch
* Verträge von Locarno


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 17.09.2019 20:44 von den Wikipedia-Autoren.
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