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Gagra

Georgien, Gagra
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Gagra, Blick vom Schwarzen Meer

"Gagra" (abchasisch/, ) ist eine Stadt in der Autonomen Republik Abchasien, Georgien. Sie liegt 65 Kilometer nordwestlich von Sochumi an der Küste des Schwarzen Meeres. Sie hat eine Fläche von 772.41 km² und zählt 26.636 Einwohner (Volkszählung 1989).

Geschichte

Die Stadt wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Siedlern zwischen den Flüssen Joechwara and Gagripsch als "Triglite" gegründet. Es entstand ein kleiner Handelshafen. Zu Beginn des 1. Jahrhunderts kam die Stadt unter römische Kontrolle und erhielt den Namen "Nitika". Die Römer bauten eine Festung und verteidigten die Stadt erfolgreich gegen die Goten. Im 6. Jahrhundert wurde unter byzantinischer Herrschaft eine der ersten christlichen Kirchen in der Region errichtet.

Peter Friedrich Georg von Holstein-Gottorp ("rechts"), Begründer des Tourismus in Gagra
Ehemalige Villa Peter von Oldenburgs in Gagra
Der heutige Name "Gagra" wurde erstmals 1308 auf einer Landkarte des Italieners Pietro Visconti erwähnt. Im 12. Jahrhundert bauten die genuesischen und venezianischen Kaufleute Gagra zu einem Stützpunkt für den Handel mit Holz, Honig und Sklaven aus. Im 16. Jahrhundert eroberten die ottomanischen Türken die Stadt. Im 18. Jahrhundert kam es zu einem drastischen Niedergang. Die Stadt galt als gewalttätiges Piratennest. 1801 wurde Gagra Teil des Russischen Reichs. Im 9. Russischen Türkenkrieg 1877 und 1878 wurde die Stadt von türkischen Truppen zerstört, die Bevölkerung in die Türkei umgesiedelt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gestaltete Peter von Oldenburg, ein Schwager des russischen Zaren Nikolaus II., die Stadt zu einem Elite-Urlaubsort um. Er wollte ein "russisches Monte Carlo" errichten, das die Abwanderung des russischen Geldadels ins Ausland stoppen sollte. Für drei Millionen Rubel aus der Staatskasse entstanden ab 1902 mehrere Spielbanken, ein prächtiger Kurpark, ein Palast, ein Wassersanatorium, ein Hotel im norwegischen Baustil und ein Wiener Luxusrestaurant. Gemeinsam mit seiner Frau Olga Alexandrowna Romanowa verlebte Oldenburg die Sommer in Gagra, organisierte große Feste und Militärparaden. Er pflanzte Palmen, Agaven, Zypressen, Zedern, Magnolien, Zitronen- und Orangenbäume, importierte Papageien und Affen. Gagra entwickelte sich zum Tummelplatz der russischen High Society. Ab 1911 legten deutsche Kreuzfahrtschiffe an.

Nach der Oktoberrevolution gründeten abchasische Kommunisten die "Republik von Gagra", führten Massenverhaftungen durch und enteigneten die alten Besitzer. Vergeblich versuchte ein französisches Schwadron, Gagra zu erobern. 1919 wurde Gagra per Dekret ein sowjetischer Urlaubsort. Im Zweiten Weltkrieg beherbergte es verletzte russische Soldaten. Nach 1945 wurde die Stadt mit neuen Sanatorien ausgerüstet und wuchs enorm.

Gegenwart

Zentrum und Hauptverkehrsstraße von Gagra

Nach der Eroberung Gagras durch abchasische Freischärler am 2. Oktober 1992 wurden während des "Massakers von Gagra" hunderte georgische Einwohner, unter ihnen der stellvertretende Bürgermeister, Micheil Dschintscharadse, im Stadion der Stadt zusammengetrieben und erschossen. Anschließend spielten Milizionäre mit menschlichen Köpfen Fußball. An der Hauptstraße wurden 50 Georgier an Laternenpfählen aufgehängt. Die Leichen wurden auf eine Müllhalde verbracht und mit Abfall bedeckt.

Der Tourismus brach ein. Er hat sich bis heute noch nicht erholt. Viele Gebäude sind immer noch Ruinen. Es kommt immer wieder zu Stromsperren, nicht in jeder Herberge gibt es warmes Wasser. Die örtliche Apotheke führte im Sommer 2005 nicht alle gängigen Arzneimittel. Dennoch ist die Stadt ein Ferienziel, vor allem für Familien aus Russland, die sparen wollen.

Klima

Der Kaukasus schützt Gagra vor Kaltluftwellen aus dem Norden und erlaubt dem Schwarzen Meer, das Land zu erwärmen. Das Klima ist subtropisch. Die durchschnittliche Lufttemperatur beträgt 15° C im Jahr. Im Winter sinken die Temperaturen auf maximal 0° C. Der durchschnittliche Jahres-Niederschlag beträgt 3.000 mm. Die Gagra einrahmenden kaukasischen Gipfel sind bis Juli zumeist schneebedeckt und kontrastieren mit grünen, bewaldeten Abhängen und dem blauen Meer.

Sehenswürdigkeiten

Der Kurpark von Gagra

Gagra beherbergt einen der schönsten Kurparks an der Schwarzmeerküste. Er wurde 1902 bis 1905 vom Architekten Scherwinski im Auftrag des Herzogs von Oldenburg auf einem trockengelegten Sumpfgelände eingerichtet. Er beherbergt heute Palmen von den Kanarischen Inseln und aus China, Zedern aus dem Himalaya und Magnolien aus den USA. Es gibt Pfauen, einen See mit schwarzen australischen Schwänen und einen Teich mit chinesischen Goldfischen. In das Parkgelände integriert ist eine Kirche aus dem 6. Jahrhundert.

Die Uferpromanade von Gagra ist mit Palmen und Platanen bepflanzt. In Bars und Cafés werden Fischgerichte, einheimischer Wein und türkischer Kaffee serviert.

Nahe Gagra liegt der "Blaue See" (abchasisch "Adsiasikwa See"). Er ist 180 km² groß und 76 Meter tief. Seine intensive Farbe stammt von Lapislazulimineralien, die in den See geschwemmt werden.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 17.10.2019 12:33 von den Wikipedia-Autoren.
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