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Direktor des Budapester Literaturmuseums tritt ab - Medienangriffe

Ungarn
04.10.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Budapest (dpa) - Der Generaldirektor des Budapester Petöfi-Literaturmuseums, Gergely Pröhle, nimmt nach wochenlangen Angriffen der Regierungsmedien gegen ihn den Hut. Wie das zuständige Ministerium für Humanressourcen am Donnerstag auf der Regierungswebseite mitteilte, habe man das Dienstverhältnis Pröhles «im gegenseitigen Einvernehmen» mit Wirkung vom 1. November aufgelöst. Eine Begründung nannte die Mitteilung nicht. Auch ein Nachfolger wurde nicht genannt.

Pröhle gilt als loyaler Anhänger der rechts-nationalen Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orban. Der studierte Germanist leitete das Literaturmuseum seit Anfang 2017. Zuvor hatte er verschiedene Diplomaten- und Staatssekretärsposten bekleidet. Von 2000 bis 2002 war er Botschafter Ungarns in Berlin, von 2003 bis 2005 in der Schweiz.

Das Petöfi-Literaturmuseum nimmt durch Ausstellungen, Veranstaltungen und Festivals eine wichtige Rolle im ungarischen Literaturbetrieb ein. Selbst Regierungskritiker räumen ein, dass Pröhle das Museum fachlich kompetent führte und es aus den tagespolitischen Kämpfen weitgehend heraushielt.

Dies wurde ihm nun ausgerechnet im eigenen Lager zum Verhängnis. Eine Artikelserie im Regierungssprachrohr «Magyar Idök» (Ungarische Zeiten) griff ihn über Wochen hindurch frontal an. Pröhle würde nichts unternehmen, um die angebliche Hegemonie links-liberaler Kreise in Literatur und Kultur zu brechen, lautete der Vorwurf. Die angeblich zu Unrecht vernachlässigten Literaten der völkischen und nationalen Linie würden wiederum auch unter seiner Führung vom Petöfi-Museum ignoriert.

Die Angriffe gegen Pröhle fügten sich in eine breiter angelegte, von den Regierungsmedien geführte Kampagne des «Kulturkampfs» ein. Eifrige Anhänger der Orban-Regierung wollen nach dem erneuten Sieg der Fidesz-Partei bei den Parlamentswahlen im letzten April das Kulturleben von links-liberalen Elementen säubern und es auf einen christlich-nationalen Kurs einschwören. 

 

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